Guter Vorsatz: gesunde Leber!

Endlich Januar 2022 – endlich hat die Advents- und Weihnachts-Völlerei ein Ende. Doch mit dem neuen Jahr kommt meist der kneifende Hosenbund und wir kämpfen gegen das schlechte Gewissen. Höchste Zeit also, sich um das Durchhalten von guten Vorsätzen zu kümmern. Vielleicht gehören Sie sogar zu den über 30 Prozent derjenigen Deutschen, die alle Jahre wieder gesünder essen wollen. Ein guter Plan, wie ich finde. Denn mit dem Weihnachtsschlemmen wird nicht nur die Hose eng. Wir belasten, zunächst oft unbemerkt, unser wichtigstes Entgiftungsorgan: die Leber.

Fettleber auch ohne Alkohol

Was vielen nicht bewusst ist: Die Leber arbeitet bei der ganzen Völlerei, wenig Bewegung und Sofasurfing mit Netflix und Co. auf Hochtouren. Wenn sie nicht mehr weiß, wie sie das ganze Fett abtransportieren soll, das wir ihr zuführen, lagert sie es eben ein. So entsteht die Fettleber. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob sie viel Alkohol trinken. Sicherlich ist das auch der Leber und ihrer Gesundheit generell nicht zuträglich. Doch die Fettleber entsteht eben auch über unseren Luxus-Lebenswandel. Mit Luxus meine ich nicht, dass es unbedingt alles teuer sein muss. Ich spreche von dem Luxus, dass wir stets alles zur Verfügung haben, was wir essen und trinken wollen. Und diesem Luxus frönen wir dann viel zu oft, ohne auf unsere Gesundheit zu achten. Alkohol und Medikamente tun ihr Übriges.

Volkskrankheit Fettleber

Gesundheit und ein bewussteres Leben zählt zwar zu den Megatrends unserer Zeit, die Fettleber gehört trotzdem zu den häufigsten Volkskrankheiten. Immerhin circa ein Drittel der über 40-Jährigen leidet darunter. Wer nichts unternimmt, dem drohen sogar Hepatitis und weitere Lebererkrankungen wie Zirrhose oder gar Tumore. Sie können aber rechtzeitig vorbeugen und damit Schlimmes verhindern. Außerdem ist die Diagnose Fettleber bei „guter Pflege“ wieder umkehrbar – wenn sie überhaupt diagnostiziert ist.

Regelmäßige Vorsorge

Das Wichtigste: Kümmern Sie sich regelmäßig um die Vorsorge. Am besten, Sie lassen anhand eines Blutbilds Ihre Leberwerte mindestens einmal im Jahr überprüfen. Denn Lebererkrankungen lassen sich oft nur schwer erkennen, weil Symptome wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit oft abgetan werden. Zu sehr ähneln Sie den Symptomen von Stress und Überarbeitung. Das ganze Jahr über können Sie allerdings auch ohne medizinische Unterstützung vieles tun, um Lebererkrankungen vorzubeugen.

  1. Bewegen Sie sich stets genug an der frischen Luft.
  2. Achten Sie auf eine zucker- und fettarme Ernährung.
  3. Beugen Sie mit Wirkstoffen aus der Natur vor.

Die Natur hilft

Wahrscheinlich haben Sie bereits von Bitterstoffen gehört oder gelesen. Diese Bitterstoffe, die zum Beispiel in Chicorée oder Artischocken stecken, regen die Leber an und sorgen damit für eine gute Entgiftung. Löwenzahn, zum Beispiel als Tee, sorgt unter anderem für einen vermehrten Gallenfluss und verbessert damit die Verdauung von Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen. Besonders die Mariendistel (Cardui mariae fructus) und das in ihr enthaltene Silymarin beugen Lebererkrankungen vor, denn es schützt Sie davor, dass Giftstoffe überhaupt erst in die Leber eindringen. Ich selbst habe das Komplexmittel LGP entwickelt, das über den Darss Naturalis Shop verkauft wird. Zu den Inhaltsstoffen gehören Artischocken-Konzentrat, Mariendistelsamen-Extrakt, Kurkuma-Extrakt und einige andere natürliche Wirkstoffe. Diese weiteren Mikronährstoffe sind für die Wirkung der genannten Pflanzen und für die Regeneration der Leber von großer Bedeutung. Dank ihnen ist diese Rezeptur wesentlich effektiver als die herkömmlichen Produkte.

Ich setze das Mittel seit Jahren sowohl zur Vorbeugung als auch zur Behandlung von Fettleber in meiner Praxis ein. Aber auch hier gilt, wie so oft: Bitte keine Selbstmedikation. Halten Sie auch bei Naturheilmitteln stets Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Heilpraktiker. Dann steht Ihrer Lebergesundheit nichts mehr im Wege.

Was Ihr Blick verrät

Keine Sorge, liebe Patienten. Ich bin nicht unter die Mentalisten gegangen. Auch wenn ich nicht von der Hand weisen kann, dass an Aussagen wie „Das Auge ist der Spiegel der Seele“, etwas dran ist. Für mich als Heilpraktiker ist sie aber vor allem eins: Das Tor in den Körper eines Menschen. Wer schon einmal in meiner Praxis war, weiß, dass der Blick in die Augen immer zu meinen ersten Handlungen gehört. Ich brauche keine mündliche oder schriftliche Leidensgeschichte im Vorfeld. Mit diesem Blick kann ich zum Beispiel zügig erkennen, ob eine akute Anfälligkeit für Krankheiten vorliegt – bevor sich eine Krankheit manifestiert. Wir haben es also mit einem zuverlässigen gesundheitlichen Frühwarnsystem zu tun.

Den Fingerabdruck im Blick

Wussten Sie, dass keine Iris einer anderen gleicht? Im Gegenteil, das Auge eines Menschen ist so einzigartig wie sein Fingerabdruck. Das liegt daran, dass zwischen allen Körperteilen und Organen eine feste Nervenverbindung zur Iris besteht. Sie ist außerdem so feingliedrig und steckt voller Details, dass sie Auskunft über die Organe, den Bewegungsapparat einschließlich der Wirbelsäule, des Nervensystems, der Gewebsflüssigkeiten und der Lymphe gibt. Auch die Verfassung des Bluts, die allgemeine Konstitution und die Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten (Disposition) kann ein geschulter Irisdiagnostiker entdecken. Selbst erbliche Anlagen bleiben uns nicht verborgen.

Die Landkarte im Auge

Wie das funktioniert? Im Grunde ähnelt der Blick in die Iris dem Lesen einer Landkarte. Die so genannte Iristopographie sowie die Kenntnis über Zeichen, Formen und eingelagerte Farbpigmente erlaubt uns deutlich zu erkennen, welchen „Schwachstellen“ die Konstitution unserer Patienten zurzeit ausgesetzt ist. Der ungarische Wissenschaftler und Arzt Dr. Ignaz von Peczely erschuf bereits im 19. Jahrhundert eine Art Atlas, der in den Augen die Regionen des Körpers widerspiegelt. Allerdings bedienten sich auch bereits Mediziner im 18. Jahrhundert der Augendiagnose, um den Zustand des Bluts zu bestimmen. Sie gingen davon aus, dass Verfärbungen in den Feldern der Regenbogenhaut auf Giftstoffe im Körper hinweisen. Damals glaubten die meisten Naturheiler, Krankheiten entstünden durch eine Ansammlung schlechter Stoffe im Blut. Erkannten sie also ungewöhnliche Eintrübungen, war klar, dass Giftstoffe im Körper vorliegen und ausgeleitet werden müssen. Heute haben wir bessere technische Möglichkeiten wie Irismikroskope und Irisfotografien, die uns Heilpraktiker das Lesen der Iris erleichtern.

Ärzte zweifeln

Ganz so einfach, wie die Diagnose von Krankheiten über die Iris klingt, geht es aber doch nicht. Zum einen erfordert die Iridologie viel Erfahrung, die in der Regel auch mit Lernprozessen und Fehldiagnosen einhergeht. Zum anderen reicht der reine Blick auf die so genannten topostabilen Zeichen, also diejenigen, die von der Position auf der Iris abhängen, nicht. Gerade die topolabilen Zeichen gilt es zu deuten, also all jene, die nicht positionsgebunden vorkommen und damit nicht automatisch zum Beispiel einem bestimmten Körperteil oder Organ zugeordnet werden können. Genau darin liegt aber der Erfolg der Diagnosemöglichkeit.
Ich möchte auch nicht unerwähnt lassen, dass Schulmediziner bis heute an der Wirksamkeit der Iridologie zweifeln. Ich verstehe das auch im Hinblick auf die fehlenden wissenschaftlichen Studienergebnisse. Meine Erfolge sprechen aber eine andere Sprache. Allerdings gebe ich zu, bis ich die heutige Routine erreicht hatte, war viel Übung nötig. Diese Übung benötigt aber auch jeder Mediziner, der lernt, ein Ultraschall- oder eines Röntgenbild zu lesen. Ich halte es für essenziell, mich nicht nur auf die Ergebnisse der Augendiagnose zu verlassen, sondern stets auch ergänzende Methoden wie Elektroakupunktur, Stuhlproben, Segmentanalyse oder Dunkelfeldmikroskopie Ihres Blutes durchzuführen oder, wenn nötig, auch auf klinische Untersuchungen, EKG oder eine Lungenfunktionsprüfung zurückzugreifen.

Warum ich die Iridologie nutze

Die homotoxikologische Therapie, eine Form der Homöopathie nach Dr. Hans-Heinrich Reckeweg, geht davon aus, dass Krankheiten Ausdruck eines Kampfes gegen Toxine, also Schadstoffe, in unserem Körper sind. Unser Körper versucht diese zu neutralisieren und auszuleiten, um so den Gesundheitszustand wiederherzustellen. Naturheilverfahren fördern den natürlichen Prozess von Entgiftung und Selbstheilung. Die Augendiagnose dient mir zuverlässig dabei, die richtige Behandlungsmethode festzulegen und den Fortschritt der Heilung zu erkennen. Außerdem belastet die Irisbetrachtung meine Patienten nicht. Sie geht kurz und schmerzlos vonstatten und kann sofort besprochen werden. Anschließend wird ein Therapieplan erstellt oder weitere Untersuchungen veranlasst.

Würde Hahnemann impfen? Oder: Was Homöopathie und Immunisierung miteinander zu tun haben

Stellen Sie sich vor, Sie sind Heilpraktiker und sie finden viele Impfungen gut. Gerade im Moment, wo die Corona-Impfung heiß diskutiert wird, ist das keine leichte Position – weder bei einigen Patienten, noch bei vielen Kollegen. Und auch die Öffentlichkeit zeigt sich Heilpraktikern gegenüber eher kritisch. Eine Haltung pro Covid-19-Impfung traut man meiner Berufsgruppe nur selten zu. Ich schreibe das nicht, weil ich darüber jammern möchte. So ist es eben. Ich kann das aber nicht einfach hinnehmen. Stattdessen möchte ich lieber aufklären, erklären und vielleicht noch einige Kritiker in ihrer Skepsis abholen und überzeugen.

Heilpraktiker sind nicht alle Impfgegner

Im Gespräch, das ich regelmäßig persönlich, aber auch über die facebook-Seite meiner Praxis führe, komme ich früher oder später meist an den Punkt, dass ich gefragt werde: Sie sind doch Heilpraktiker. Da können Sie doch das Impfen nicht gutheißen und schon gar nicht, wenn ein Impfstoff im Hauruck-Verfahren die Zulassung erreicht hat. Diese Denke setzt häufig voraus, dass Ärzte und Heilpraktiker grundsätzlich eine gegensätzliche Einstellung haben müssen. Das entspricht aber in keiner Weise meiner Haltung und schon gar nicht meiner Überzeugung. Ich arbeite als Komplementärmediziner und finde generell, dass wir zum Wohle des Patienten nicht gegeneinander sondern miteinander und ergänzend arbeiten müssen.

Was hat das mit Homöopathie zu tun?

Auch Samuel Hahnemann, der Erfinder der Homöopathie, war Arzt, dem sogar in Washington D.C. ein Denkmal errichtet wurde. Sein Prinzip „Similia similibus curentur“ – Ähnliches soll mit Ähnlichem kuriert werden – basiert auf der gleichen Grundidee wie viele Impfungen, ganz besonders die Lebendimpfungen. Ich könnte mir also gut vorstellen, dass Samuel Hahnemann durchaus ein Impfbefürworter wäre, würde er heute noch leben. Eine seiner prägenden Eigenschaften war ja seine Hingabe zum Fortschritt und zur Weiterentwicklung der Medizin. Sonst würde es die Homöopathie heute nicht geben. Dafür hat er sogar Selbstversuche durchgeführt. Natürlich ist die Herstellungsweise von Impfungen auch anders als die der Homöopathie. Das ist ganz klar. Da der Gedanke hinter Impfungen und Homöopathie aber der gleiche ist, hoffe ich, dass der ein oder andere Impfgegner noch einmal genauer hinschaut. Das wäre mir ein großes Anliegen. Besonders jetzt, wo wir uns so stark wie lange nicht mehr, auf einen Impfstoff und/ oder geeignete Medikamente zur Bekämpfung der Corona-Pandemie verlassen können müssen.

Wie funktioniert die Corona-Impfung

Ich gebe zu: Heutzutage werden viele Impfungen nicht mehr mit lebenden Viren durchgeführt. Das betrifft auch die Corona-Impfung. Sie werden also NICHT mit einer geringen Dosis des lebenden Covid19-Virus geimpft. Der SARS-CoV-2-Impfstoff von Biontech/Pfizer funktioniert über Boten-RNA. Der Körper erhält eine Art Anleitung für den Bau von Eiweißstoffen, die typisch für das Virus sind. Das führt zur Immunreaktion, es werden also Antikörper gebildet, die dem Immunsystem bei einer tatsächlichen Infektion helfen, gegen das Virus vorzugehen.

Warum wir uns gegen Corona impfen lassen sollten

Wenn die neue Impfung nicht wie die Homöopathie funktioniert, warum bin ich trotzdem dafür, dass wir uns alle impfen lassen? Ich glaube fest daran, dass wir als Gesellschaft grundsätzlich mehr Zusammenstehen und Miteinander demonstrieren müssen. Das heißt nicht, dass wir nicht mehr diskutieren sollten oder kein Für und Wider mehr abwägen dürfen. Aber eine Pandemie, die wir zumindest zu meinen Lebzeiten bisher so nicht erlebt haben, erfordert ein besonders Maß an Solidarität und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Deshalb gilt meine Empfehlung für diese Impfung im Grunde uneingeschränkt. Denn nur so werden wir für uns alle in einem erträglichen Zeitrahmen wieder ein Leben erzielen, das wir kennen und als lebenswert empfinden. Und das ist etwas, das wir uns alle wünschen – egal ob Arzt, Heilpraktiker, Impfbefürworter oder -gegner, egal ob jung oder alt: Wir wollen unser Leben zurück oder zumindest ein neues, dass die Bezeichnung verdient.

Warum das neue MTA-Gesetz auch für Heilpraktiker eine Chance ist

Als Heilpraktiker sind wir es gewohnt, immer wieder Gegenwind zu bekommen – von Ärzten, von der Politik oder von den Medien. Der kommt und geht in Wellen. Jetzt aber hat Jens Spahn, unser Bundesgesundheitsminister, ein Rechtsgutachten über den Berufsstand in Auftrag gegeben. Eine solche Initiative ruft natürlich auch gleich wieder alle anderen „Gegner“ auf den Plan. Zurzeit sind die deutschen Laborärzte dran. Sie gehen über das neue Gesetz für die Medizinisch-technischen Assistenten (MTAs) und haben ehrlicherweise auch den ein oder anderen berechtigten Kritikpunkt. Und trotzdem erschließt sich mir nicht, warum Heilpraktiker nach der Meinung des Bundesverband Deutscher Laborärzte (BDL) gleich gänzlich aus dem Gesetz gestrichen werden sollen. Sie verdienen doch eine Menge Geld an Leistungen, die wir Heilpraktiker dort beauftragen. Wirklich schwierig finde ich aber, dass mit der Streichung gar nicht klar definiert wird, was aus der Veränderung wirklich resultiert.

Aufwendige Analysen oder notwendige Schnelltests

Soll erreicht werden, dass ausschließlich aufwendige Laboranalysen durch entsprechend teure Laborgeräte nicht mehr durchgeführt werden dürfen, bin ich als Heilpraktiker sogar auf der Seite der Laborärzte. Aber was ist mit notwendigen Schnelltests, die uns mögliche Gefahren aufzeigen und uns veranlassen, den Patienten einem Facharzt vorzustellen? Dürfen wir die nicht mehr durchführen, würde das eine unnötige Gefahr für Patienten bedeuten, weil wir sie nicht mehr umfassend untersuchen können. Besonders dann, wenn es schnell gehen muss, kann das fatal sein. Dürfen wir Blutzuckertests nicht mehr machen oder Urinstix nicht mehr verwenden, um mögliche Infektionen im Bereich der Harnorgane zu entdecken, kann das für Patienten schlimme Folgen haben. Also ist es die Pflicht des Gesetzgebers genau zu definieren, was die Streichung der Heilpraktiker in diesem Gesetz detailliert bedeutet.

Politiker müssen in den Dialog treten

Ich möchte betonen, dass auch ich als Heilpraktiker es nicht für gut halte, wenn Praxen über größere Geräte verfügen und Blutanalysen oder Ähnliches, was durch qualifizierte MTAs durchgeführt werden müsste, selbst ausführen. Den grundlegenden Vorstoß, das zu ändern, kann ich nur begrüßen. Warum aber sollten Heilpraktiker auf Schnelltests verzichten oder selbst kein Blut mehr in Labore geben, um die gewünschten, qualifizierten Ergebnisse zu erhalten? Ich fordere eine sinnvolle und vor allem klare Lösung im Sinne des Patienten. Und dafür brauchen wir Politiker, die nicht alles abblocken, sondern bereit sind, in den Dialog mit uns zu treten. Nur im echten Austausch lassen sich diese Unklarheit und auch viele weitere problematische Punkte lösen, die immer wieder in Verbindung mit Heilpraktikern aufs Tapet gebracht werden.

Den Heilpraktiker reformieren

Ich würde den Beruf der Heilpraktiker auf alle Fälle erhalten wollen. Aber den meisten von uns ist klar, dass auch das Heilpraktikergesetz einer Novellierung bedarf, um weitaus höhere Standards zu garantieren. Bisher ist zum Beispiel die Ausbildung uneinheitlich und wird staatlich nicht kontrolliert – ganz anders als bei den Ärzten. Hier müssen wir ansetzen.

Aber wir werden staatlich einheitlich überprüft, auch wenn das nicht überall gleich umgesetzt wird. Generell gilt das örtliche Gesundheitsamt als Aufsichtsbehörde für uns Heilpraktiker. Ich werde beispielsweise regelmäßig von Mitarbeitern besucht und meine Praxis wird auf Hygienekonzepte etc. untersucht. Neben diesen Maßnahmen werden Arbeitsschutzmaßnahmen und Ähnliches kontrolliert. Das passiert in vielen weiteren Praxen auch.

Komplementär heißt zusammen und nicht gegeneinander

Es gibt also keinen Grund generell gegen Heilpraktiker zu wettern. Wir – also Heilpraktiker und Ärzte – müssen komplementär denken und arbeiten. Deshalb kann die Naturheilkunde auch nie eine Alternative darstellen. Sie ist immer Kooperationspartner der Schulmedizin. Im Sinne meiner Patienten arbeite ich erfolgreich mit Ärzten und Kliniken zusammen. Für mich ist wichtig, die Grenzen der Naturheilkunde zu erkennen und den Patienten darüber aufzuklären und nicht meine persönliche Ansicht prägt meine Arbeit, sondern die Bedürfnisse meiner Patienten. In manchen Fällen kann es deshalb auch dazu kommen, dass ich eine Behandlung ablehne, weil der Patient nicht bereit ist, parallel den schulmedizinischen Weg zu gehen. Es darf aber zum Wohle der Gesundheit kein Entweder-oder geben.

Widerstand gegen Naturheilkunde

Große Sorge bereitet mir aber, unabhängig von unserem Berufsstand, die zunehmende Abkehr von der Naturheilkunde. Innerhalb der Ärzteschaft wird gerade der Facharzt für Naturheilkunde nahezu abgeschafft. Das zeigt, dass es gar nicht nur um uns Heilpraktiker geht, sondern dass die Naturheilkunde nicht unbedingt gewollt wird. Das ist mir völlig unverständlich. Viele schulmedizinische Therapien kann die Naturheilkunde doch begleiten und dabei zum Beispiel starke Nebenwirkungen abmildern. Was spricht denn dagegen?

Ich wünsche mir von Politikern mehr Gesprächsbereitschaft für eine Neuordnung des Berufsstandes, ohne über eine Abschaffung nachzudenken. Von Ärztevertretern würde ich mir eine Änderung ihrer eigenen Berufsordnung wünschen. Denn diese „verbietet“ zurzeit noch die Kooperation mit den Heilpraktikern. Kein Gesetz, keine Heilpraktikerordnung, ausschließlich die der Ärzte enthält so einen Passus. Vielleicht können wir ja über die Diskussion um das neue MTA-Gesetz gleich weitere Veränderungen anstoßen. Das wäre eine gute Chance für alle im Sinne der Patienten für Klarheit und echte Zusammenarbeit zu sorgen. Das wünsche ich mir.

Covid 19 – was geht, was bleibt, was muss besser werden

In den meisten Bundesländern sind die Ferien zu Ende und in diesem Zusammenhang wird wieder von einem Regelbetrieb gesprochen. Heißt Regelbetrieb jetzt auch gleichzeitig, dass alles wieder „normal“ wird wie vor der Pandemie? Mit Sicherheit nicht. Politiker folgen hier Empfehlungen von Virologen und damit wird zumindest den Kindern wieder eine gewisse Normalität – Unterricht aller Schüler ohne Masken im Klassenzimmer – zurückgegeben. Das möchte ich gerne zum Anlass nehmen, heute einmal etwas darüber zu philosophieren, was sich in der Medizin, aber auch in der Gesellschaft verändern wird.

Zu wenig Gewissheit

Auch wenn viele inzwischen, teils sehr lautstark und in einer unvernünftigen Art und Weise, die Rückkehr zu einem Leben wie vor Covid 19 fordern, halte ich das in näherer Zukunft für ausgeschlossen. Denn dafür gibt es immer noch viel zu viele ungeklärte Fragen. Denken wir nur einmal daran, dass wir heute noch nicht wissen, wie die Herbst-Winter-Saison laufen wird. Was passiert, wenn es draußen feuchter wird und damit auch die Luftfeuchtigkeit in den Räumen steigt und die Möglichkeiten zu lüften weniger werden? Das sind dann nämlich ideale Bedingungen für ein Aerosol, besonders dann, wenn es Viren trägt.

Ein neues altes Normal

Ich rechne bei Kliniken und Praxen damit, dass wir ein „Normal“ erreichen werden, das der Situation Ende der 1980er oder Anfang der 1990er Jahren entsprechen wird. Wir werden in vielen Bereichen mehr Glas sehen. Besuchszeiten dürfen nicht nur pro Forma gelten, sondern müssen wieder ein Standard sein, alleine schon, um das Pflegepersonal zu entlasten. Die brauchen vor allem auch Schutzkleidung, wie Masken und Kittel, die vollständig in Deutschland produziert werden, um Lieferengpässe zu vermeiden. Außerdem müssen Krankenhäuser wohl wieder eigenes Reinigungspersonal beschäftigen, das häufiger zur Verfügung steht als so genannte Putzkolonnen von Fremdfirmen. Es wird vieles wieder so werden, wie es einmal war – vor vielen Jahren.

Mehr Verantwortung, bessere Kommunikation

Wir Heilpraktiker können besonders bei der Prävention ansetzen. Die Schulmedizin und das System der Kassen setzen ja in der Regel erst bei der Heilung an. Also sehe ich es unter anderem als unsere Aufgabe an, Patienten die Bedeutung der Selbstfürsorge und Verantwortung für den eigenen Körper und seine Gesundheit nahezubringen. Jeder einzelne sollte sich bewusst sein, dass die uns auferlegten Regeln wie Abstand und Maskenpflicht präventive Maßnahmen sind, die wir relativ einfach leisten können. Wenn unser Gesundheitsminister Jens Spahn dann zu Beginn einer Pandemie äußert, Masken zu tragen würde nichts bringen und erst dann umschwenkt, wenn genügend Masken für alle verfügbar sind, trägt das natürlich nicht zur Glaubwürdigkeit bei. Im Gegenteil, es schadet einer wichtigen Präventionsmaßnahme. Da würde ich mir eine andere Kommunikation wünschen.

Das gilt übrigens auch für die Berichterstattung über gesunde Ernährung. Denn die spielt auch in Sachen Virusschutz eine tragende Rolle. Ich habe in den letzten Monaten mehr Blödsinn gesehen und gelesen als wirklich Gutes und Informatives. Wer sich gesund ernährt, erhöht die Chance, gesund zu bleiben, immens. Dazu gehören auch immer wieder individuell ausgewählte Nahrungsergänzungsmittel. Denn nicht alles, was wir brauchen, nehmen wir in der Form und Menge auf, in der wir glauben. Hier stehen wir alle miteinander in der Verantwortung zu informieren und jeder persönlich für die Umsetzung.

Eine andere Gesellschaft

Auch unser gesellschaftliches Miteinander wird sich grundlegend wandeln. Wir hatten bisher zum Beispiel auf Hände schütteln zur Begrüßung der Patienten immer großen Wert gelegt. Das wird es nicht mehr geben können. Und natürlich nicht nur bei uns. Wir werden alle mit weniger Nähe und Kontakt auskommen müssen und besonders ältere Menschen, die naturgemäß ein höheres Infektionsrisiko tragen, werden das zu spüren bekommen. Das zieht bereits jetzt, wie erste Studien zeigen, negative mentale Folgen nach sich, die wir nicht unterschätzen dürfen.

Angst vor dem Winter

Menschen werden zurückhaltender auf andere zugehen. In meiner Praxis sprechen heute schon viele Patienten davon, dass sie sich vor dem Winter fürchten. Wenn es dann im Herbst wieder kälter und dunkler wird, trägt auch das nicht zu einer besseren Stimmung bei. Das alles schadet unserer Seele. Deshalb müssen wir darauf achten, dass wir einen guten Umgang mit den Menschen in unserem engen Kreis leben. Sonst wird die Zahl derjenigen mit Depressionen und Angstzuständen nach oben schnellen. Wir brauchen Raum für die schönen Dinge im Alltag wie Musik hören oder was auch immer den einzelnen guttut. Und sportliche Aktivität oder zumindest ein gutes Maß an Bewegung gehören auch bei schlechtem Wetter auf die Tagesordnung.

Unser Gesundheitswesen

Und unser Gesundheitswesen braucht dringend einen neuen, ausgeweiteten Ansatz. Wir dürfen nicht aus Kostengründen noch mehr Krankenhäuser schließen und immer mehr Betten abbauen – auch wenn Herr Spahn das immer wieder fordert. In Essen erleben wir gerade ein Desaster. Zwei Häuser sollen aufgrund der finanziellen Schieflage eines Krankenhauskonzernes geschlossen werden. Das hätte fatale Folgen und würde jeglichem Wissen um Viren entgegenwirken. Ich möchte Ihnen an dieser Stelle wirklich keine Angst machen, aber wir werden immer wieder mit neuen Viren konfrontiert sein. Deshalb sind weniger Krankenhäuser und weniger Betten ein falsches Signal an die Bevölkerung, die gerade, um das Gesundheitswesen nicht zu überlasten, große Einschränkungen hinnehmen muss und das wahrscheinlich auch noch für längere Zeit.

Komplementärmedizin wirkt

Zurzeit haben wir Heilpraktiker etwas zu kämpfen. Die Politik zwingt uns aufgrund einiger weniger schwarzer Schafe der Branche dazu, uns selbst und den Berufsstand zu rechtfertigen, sogar gegen massive Angriffe zu verteidigen.

Gefährliche Diskussion

Diese Diskussion halte ich besonders im Sinne des Patienten für fatal. Haben wir doch tolle Erfolge zu verzeichnen. Der öffentlich ausgetragene Dialog zeigt wieder einmal deutlich, dass ein Gegeneinander von Schulmedizin und Naturheilkunde kein Weg ist, den wir beschreiten sollten. Die Komplementärmedizin, also verschiedene Therapien und Maßnahmen, die in Abstimmung mit und als Ergänzung zur Schulmedizin gesehen werden sollten, erreicht genau das, was sie soll: Sie wirkt. Auch wenn ich ebenfalls den Bedarf sehe, an der ein oder anderen Veränderung in Ausbildungs- und Zulassungsprozessen zu arbeiten, ist es mit Sicherheit keine Lösung einen ganzen Berufsstand unter den Generalverdacht der Scharlatanerie zu stellen und ihn verbieten zu wollen. Ich finde außerdem, dass wir uns nicht rechtfertigen müssen. Denn die Ergebnisse zahlreicher erfolgreicher komplementärmedizinischer Therapien geben uns Recht.

Die Erfolgsgeschichte Kira Walkenhorst

Eine Erfolgsgeschichte ist die von Beachvolleyball-Olympiasiegerin Kira Walkenhorst, die ich bei ihrer Genesung begleiten und betreuen durfte. Über diesen Behandlungserfolg haben wir gemeinsam am 22. Februar 2020 auf dem 25. Dortmunder Naturheilkundetag gesprochen. Das Interview ist inzwischen auf der Homepage meines Verbandes unter diesem Link einzusehen. Viel Freude beim Lesen!

Ihr Roland Tennie

Coronavirus: seriöse Informationsquellen und was die Naturheilkunde tun kann.

Zurzeit herrscht ein wahrer Informationssturm, der zahlreiche Menschen in Panik versetzt. Es geht um das neuartige Coronavirus. Wie sehen Sie das, ist die Panik begründet?

Panik ist kein guter Ratgeber bei allen Erkrankungen, dennoch wird sie von vielen Gruppen gerne genutzt um Verschwörungstheorien und Unruhen zu verbreiten. Das aufgetretene Coronavirus ist von uns sehr ernst zu nehmen, dennoch sehe ich die jetzige Panik als nicht begründet an. Dass wir Menschen eine natürliche Angst vor einer Infektion entwickeln, deren echten Verlauf wir noch nicht kennen, halte ich für normal.

Bei der Fülle der Meldungen zum Virus, fällt es schwer, durchzusteigen, was echt und was reine Panikmache ist. Wo können Menschen sich glaubwürdig informieren, wenn so eine Pandemie ausbricht, um sich sicher zu fühlen?

Die Fülle der Informationen wird durch die sozialen Medien sehr unübersichtlich gemacht. Zuverlässige Informationen, auch Verhaltensregeln bei einem Ausbreiten des Virus findet man auf der Seite des Robert-Koch-Institutes (www.rki.de) und natürlich auf der Seite des Bundesgesundheitsministerium (https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html).

Die meisten Quellen weisen darauf hin, dass Grippe viel gefährlicher ist als der Coronavirus. Was schützt mich denn davor, mir weder das eine noch das andere Virus einzufangen?

Zu jetzigen Zeitpunkt ist nach meiner Meinung keine Einschätzung möglich, welches der beiden Viren gefährlicher ist. Sie sind unterschiedlich. Bei den Grippeviren reden wir von Viren, die wir gut kennen, beim Coronavirus von einem, bei dem uns die Erfahrung fehlt. Einen effektiven Schutz bieten natürlich Hygienemaßnahmen wie z. B. das gründliche Händewaschen, ggf. auch das Meiden größerer Menschenansammlungen. Derjenige, der husten oder niesen muss, sollte sein Umfeld schützen, indem er seinen Ellenbogen vor sein Gesicht hält, um eine mögliche Tröpfcheninfektion zu verringern. Wir sollten darauf achten, viel Obst und Gemüse zu Essen, ggf. das Immunsystem mit geeigneten Mitteln zu unterstützen. Zinkhaltige Produkte z. B. stärken das Immunsystem.

Wie weit kann die Naturheilkunde hier helfen?

Die Naturheilkunde bzw. der Heilpraktiker kann sich darauf konzentrieren, den gesunden Menschen zu beraten und ihm Empfehlungen für eine gutes Immunsystem zu geben. 
Da der Coronavirus bereits im Verdachtsfall meldepflichtig ist, tritt hier für den Heilpraktiker ein Therapieverbot in Kraft. Dies begründet sich durch das Heilpraktikergesetz. Und das ist auch gut so.

Ist das wieder ein klassischer Fall, in dem Naturheilkunde und Schulmedizin komplementär zusammenarbeiten müssen?

Ja und nein. Die Begründung liegt schon in meiner letzten Antwort. Besteht kein Verdacht auf das Vorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus, hat die Komplementärmedizin viele gute Möglichkeiten, den gesunden Menschen, aber auch den durch andere Erkrankungen geschwächten Menschen, ideal zu unterstützen. Liegt aber ein Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus vor, ist der Patient unmittelbar der Schulmedizin zu übergeben.

Warum Komplementärmedizin keine „Alternative“ ist

Medizin ist ganzheitlich – und um uns gesund zu fühlen, sollten wir uns gleichermaßen um Körper, Geist und Seele kümmern. Alle spielen eine gleichgroße Rolle und sollten im harmonischen Gleichgewicht zueinander stehen.

Zum Wohle des Patienten

Meiner Meinung nach, dürfen wir im Sinne der Patienten Schulmedizin und Naturheilkunde nicht trennen. Damit blockieren wir in Behandlungen Therapiemöglichkeiten, die in Summe zu einem besseren Ergebnis beim Patienten führen können. Natürlich gibt es Einschränkungen, die jeder geschulte Therapeut erkennen muss. Womit ich aber überhaupt nicht umgehen kann ist der Begriff der „alternativen Medizin“. Naturheilkunde ist niemals eine Alternative. Denn wenn ich meinen Weg als eine Alternative darstelle, behaupte ich automatisch, dass die andere Seite – in diesem Fall die Schulmedizin – die schlechtere Variante ist. Das ist ein No-Go! Das gilt aber auch andersherum. Schulmediziner sollten sich die Wirkung von Naturheilkunde zunutze machen und als komplementäre Behandlungsergänzung betrachten. Immer zum Wohle des Patienten.

Kostenübernahme oder nicht?

Ich weiß natürlich, dass zurzeit die Wirkung von homöopathischen Mitteln heftig diskutiert wird, besonders auch deren Bezuschussung durch Krankenkassen. Ich habe selbst auch lange auf der schulmedizinischen Seite gearbeitet, mich aber dann für eine Laufbahn als Heilpraktikern entschieden. Ich kenne also beide Seiten. Im Sinne des Patienten ist auch diese Diskussion nicht zielführend. Manche gesetzlichen Versicherer und viele private Krankenkassen werben sogar mit der Erstattung homöopathischer Mittel. Prinzipiell ist das gut. Doch schaut man sich einige der Programme genauer an, stellt man sehr schnell fest, dass es sich oft um Mogelpackungen handelt. Sobald eine naturheilkundliche Maßnahme nicht wirklich wissenschaftlich bewiesen ist, distanzieren sich viele Kassen von der Kostenübernahme. Es gibt nur wenige Ausnahmen. Ein komplettes Verbot der Erstattung, wie es derzeit von vielen Politikern und Vertretern anderen Verbänden gefordert wird, lehne ich aber konsequent ab.

Alles Globuli oder was?

Ich setze auch Globuli in meinen Behandlungen ein und halte die Diskussion darum für lächerlich. Außerdem dürfen wir Globulis nicht prinzipiell mit Homöopathie gleichsetzen. Das scheinen viele nicht verstanden zu haben. Ein Globuli ist nur eine spezielle Art der Zubereitung und Form der Darreichung. Es gibt auch Tropfen, Tabletten, Zäpfchen und sogar auch Spritzen. Rein theoretisch könnte man auch ein schulmedizinisches Medikament als Globuli herstellen, um zum Beispiel die Einnahme bei Kindern zu erleichtern. Wenn ich also Globulis verbieten möchte, dann verbiete ich nur eine Form der Darreichung und keine komplette medizinische Richtung. Hier sind die Berichterstattungen und ganzen Artikel in den Medien sowas weit vom Thema entfernt, dass mir manchmal der Kragen platzt.

Wissenschaft vs. Ergebnisse

Ich gebe aber gerne zu, dass wir die Wirkung von Homöopathie „noch nicht“ beweisen können. Samuel Hahnemann hat diese Wirkung mit dem „Ähnlichkeitsprinzip“ beschrieben. Es handelt sich um eine empirisch gesicherte Wirkung, Erfolge in den Therapien hat man über Jahrzehnte gesammelt, niedergeschrieben und danach entscheidet man heute über den Einsatz der Homöopathie. Mein „noch nicht“ bezieht sich auf die hoffentlich kommende Möglichkeit die Wirkung wissenschaftlich nachzuweisen, ähnlich wie man bei der Akupunktur Fortschritte macht. Den immer wieder diskutierten Placeboeffekt kann ich nicht bestätigen, da gerade junge Patienten nicht immer Kenntnis von der Behandlung haben und trotzdem gesund werden. Als besonderen Aspekt der „sog. Glaubensfrage“ ist die Wirkung bei Tieren. Ich kenne dort tolle Erfolge und jetzt raten Sie mal wie sehr ich einem Hund die Heilung durch Einbildung zugestehen werde.

Ja, auch hier gibt es Erklärungen, die sagen, der Hund orientiert sich am Menschen und wenn der Mensch daran glaubt und es ihm dadurch besser geht, hilft das auch dem Hund. Das ist alles möglich und spielt sicher in die Heilung mit ein. Dennoch kann ich aus meiner Erfahrung klar sagen: Homöopathie erzielt Ergebnisse.

Kritik gibt’s immer und das ist auch gut so

Leider bedeutet die Diskussion um die Homöopathie auch gleich, dass andere natürlichen Heilmittel auch gleich in Verruf geraten. Aber da geht es uns Naturheilkundlern nicht schlechter als den Schulmedizinern. Es gibt immer wieder Diskussionen, die dann schnell auch auf andere Behandlungsmethoden übergreifen. Bei uns sind es Diskussionen um Nahrungsergänzungsmittel, Pflanzenheilkunde und viele mehr. Die Schulmedizin kennt dieses Problem immer dann, wenn Nebenwirkungen zu einer Medizin bekannt werden. Das reicht dann oft schon aus, dass die ganze Schulmedizin und Pharmaindustrie in der Kritik steht. Aktuell sagt man zum Beispiel, dass 40 Prozent aller Tumorpatienten an der Chemotherapie sterben und nicht an der eigentlichen Erkrankung. Ich denke, hier müssen wir gemeinsam filigraner und auch mehrmals hinschauen, bevor wir zu schnell urteilen. Das gilt für mich für die Schulmedizin ebenso wie für die Naturheilkunde.