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Autoimmunerkrankungen – die Gefahr aus dem eigenen Körper

Chronische Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen machen uns in den Industrieländern das Leben schwer. Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulceroa, Typ-1-Diabetes, Hashimoto-Thyreoiditis, Kreisrunder Haarausfall, Multiple Sklerose und rheumatoide Arthritis sind immer weiter auf dem Vormarsch. Besonders hart für Betroffene: Sie scheinen unheilbar zu sein. Deshalb ist es wichtig, so früh wie möglich, erste Anzeichen zu erkennen und den Kreislauf zu durchbrechen.

Ist die Krankheit wirklich harmlos?

Viele schwerwiegende chronische Krankheiten und Autoimmunerkrankungen beginnen mit harmlosen Allergien und Unverträglichkeiten. Erfolgt nun eine rein konservative Behandlung, bessern sich die Symptome häufig nur kurzfristig oder gar nicht. Denn wir lösen das Problem nicht an der Wurzel – ein sehr typisches Problem, gegen das die medizinischen Kräfte in unserem Gesundheitswesen häufig kämpfen. Patienten müssen erst erkrankt sein, anstatt frühzeitig über präventiv zu agieren. Am Ende steht dann oft eine schmerzhafte Krankheit aus dem rheumatischen Formenkreis. Mithilfe der Naturheilkunde können wir in vielen Fällen diese Krankheitskette vermeiden und sogar dann noch helfen, wenn eine Erkrankung bereits chronisch ist. Selbst dann, wenn konservativ nur noch der Status quo gehalten werden kann, schaffen wir es mit Medizin aus der Naturheilkunde häufig Verbesserungen oder sogar die Heilung zu erzielen. Zur Erklärung möchte ich zunächst einen kleinen Exkurs in den Krankheitstypus durchführen.

Was sind Autoimmunerkrankungen?

Bei einer Autoimmunerkrankung lenkt der Körper seine heilenden Kräfte infolge einer „fehlerhaften“ Steuerung des Immunsystems gegen sich selbst. Deshalb heißt sie auch Autoaggressionskrankheit – ein Sammelbegriff für all die Krankheiten, die zustande kommen, weil sich das Immunsystem gegen gesunde Strukturen im Körper richtet. Manchmal ist augenscheinlich vor allem die Haut betroffen, zum Beispiel bei Allergien, die ihren Ursprung allerdings in der Regel im Darm finden. Weitläufig bekannt sind aber zusätzlich zu den bereits genannten auch die Schuppenflechte (Psoriasis), Vitiligo, unter der zum Beispiel Michael Jackson litt, dessen Haut keine Pigmente mehr bilden konnte. Im schlimmsten Fall können aber sogar alle Organe beziehungsweise Organsysteme betroffen sein. Die Liste dieser Krankheiten ist schier endlos und alle haben gemein: Die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Zellen und Botenstoffen des Immunsystem klappt nicht so, wie sie soll. Das ist, als wäre die Produktionskette bei einem Auto unterbrochen und Sie haben zwar Wischer installiert, um schlechtes Wetter abzuhalten, aber die Windschutzscheibe fehlt.

Der rheumatische Formenkreis

Rheuma hat sich längst zu einer Volkskrankheit entwickelt. Sehr häufig tritt die entzündliche Gelenkerkrankung rheumatoide Arthritis auf. Bei diesem Krankheitsbild sind gleich mehrere Gelenke chronisch betroffen. Die Entzündungszellen und -stoffe greifen Gelenkknorpel und Knochen an. Die Gelenkstrukturen bauen immer weiter ab und damit werden die Gelenke, insbesondere die Gelenkknorpel, zerstört. Verläuft die Krankheit besonders schwer, können auch andere Organe wie Augen, Herz, Lunge, Rippenfell, Nerven und sogar Blutgefäße in Mitleidenschaft gezogen werden. Interessant finde ich Studienergebnisse, die zeigen, dass rund 70 Prozent aller Patienten einen Mangel an Vitamin D aufweisen.

Was löst eine Autoimmunerkrankung aus?

Die Auslöser für Autoimmunerkrankungen sind so zahlreich wie die Krankheitsbilder selbst, oftmals lassen sie sich gar nicht final klären. Langfristig falsche Ernährung kann eine Ursache sein, aber auch eine genetische Vorbelastung. Negative Umwelteinflüsse oder auch andauernder Zivilisationsstress, für den unser Körper und auch unsere Psyche nicht gemacht sind, spielen ebenfalls eine Rolle. Besonders Stress, der von Natur aus nur als kurzfristige Hilfe für Gefahrsituationen eingerichtet wurde, stellt uns vor eine massive Herausforderung und kann sogar das hormonelle Gleichgewicht verschieben, was sich dann sowohl auf die Psyche als auch auf unseren Körper auswirkt.

So verschieden die Auslöser, so ähnlich der Ablauf. Alle angesprochen Ursachen führen in der Regel zu chronischen Entzündungen im Körper. Dazu müssen wir wissen, dass auch Entzündungen zunächst einmal nichts Schlechtes sind. Der Körper hat auch sie als Reparaturset vorgesehen für äußere und innere Wunden. Die müssen „ausgebessert“ und Krankheitserreger beseitigt werden. Auf Dauer verändern sie aber den Stoffwechsel, bringen das Immunsystem aus der Balance und befeuern die Bildung von Antikörpern. Dann lösen nicht mehr von außen kommende Erreger die Erkrankung aus. Der Körper geht selbst gegen seine eigenen Zellen vor, beeinflusst sie negativ oder zerstört sie im schlimmsten Fall.

Risikogruppe Frauen und ältere Menschen

Besonders Frauen und ältere Menschen erkranken. Liegt eine Autoimmunerkrankung vor, steigt außerdem das Risiko, sich an Corona zu infizieren. Denn der Einsatz von sogenannten Immunsuppressiva, also Medikamenten, die eine übersensible Fehlreaktion des Immunsystems eindämmen, erhöht generell die Chance, sich mit einem Virus zu anzustecken, weil der Körper dadurch weniger stark vor Eindringlingen geschützt wird.

Was können Sie dagegen tun?

Generell empfehle ich eine entzündungshemmende Ernährung mit viel Abwechslung – das heißt, eine Diät, die reich an Antioxidantien, Omega-3-Fettsäuren, sekundären Pflanzenstoffen und vielen weiteren Mikronährstoffen ist. Vollkornprodukte statt Weißmehlbackwaren sowie viel Obst, Gemüse, Nüsse und Saaten, anstatt übersüßte oder zu kräftig gesalzene und bearbeitete Snacks. Auch Fisch, der nicht zu stark mit Quecksilber belastet ist und kaltgepresste Öle können entzündungshemmend wirken. Wer hingegen zu viel Fleisch zu sich nimmt, wie die meisten von uns, fördert Entzündungen und damit die Krankheit. Das heißt nicht, dass Sie sofort zum Veganer oder zur Veganerin werden müssen. Aber wenn es um die eigene Gesundheit geht, lohnt sich der Blick auf Alternativen oder gar die Umstellung auf neue Ernährungsgewohnheiten. Meist fällt das nur am Anfang schwer. Wer aber die ersten Erfolge spürt, empfindet die Neuerungen viel weniger als Verzicht, weil die Lebensqualität damit drastisch ansteigt.
In der Regel können Sie mit einer antiinflammatorischen Ernährung das Krankheitsgeschehen in Ihrem Körper selbst beeinflussen, mildern und regulieren. Versorgen Sie ihn stets mit lebenswichtigen Mikronährstoffen, um sich präventiv vor weiteren Erkrankungen zu schützen, die Ihre Beschwerden sogar noch verstärken können.

Bitte nicht selbst therapieren!

Trotz aller Möglichkeiten, die Patienten selbst haben, den Krankheitsverlauf positiv mitzubestimmen, rate ich ganz dringend von einer Selbstmedikation ab. Gerade bei so wenig erforschten Themen wie der Zugabe von Vitamin D, bei denen es noch keine Langzeitstudien gibt, empfehle ich die regelmäßige Rücksprache mit Mediziner:innen oder Heilpraktiker:innen. Seien Sie sich stets bewusst, dass auch Naturheilmittel und meiner Meinung nach auch Nahrungsergänzungsmittel Medizin sind, egal ob sie explizit als solche deklariert wurden. Und gerade bei Autoimmunerkrankungen ist die Medizin gefordert. Im Rahmen der Naturheilkunde müssen wir mit großer Sorgfalt arbeiten. Denn rund 80 Prozent der komplementären Medizin sind auf die Stimulation des Immunsystems ausgerichtet. Das bedeutet aber im Umkehrschluss, dass die Erkrankung damit erst so richtig angefeuert würde. Nur 20 Prozent der Naturheilkunde kann eine sogenannte Immunmodulation vornehmen. Das heißt, wir versuchen das Immunsystem wieder so einzustellen, dass der Autoimmunprozess aufhört. Das könnte zum Beispiel mit Kombipräparaten aus Weihrauch (zur Entzündungshemmung und Schmerzlinderung), Kurkuma (zellschützend, entzündungshemmend und antibakteriell) und Omega-3-Fettsäuren (gegen Entzündungen) gelingen. Ich setze in der Regel AUTO-IM-PLUS von DarssNaturalis ein. Selen-Darss Kapseln bekämpfen mit ihrem Hauptwirkstoff, dem Spurenelement Selen, Stress auf zellulärer Ebene. Heilpilze wie Shitake oder Maitake verfügen über eine hohe Vitalstoffdichte, wirken antitoxisch und sind in der Lage, das Immunsystem zu regulieren und die Abheilung von Entzündungen beschleunigen. Die Medikation erfordert aber eine individuelle Betrachtung und Behandlung. Dafür ist ein hohes Maß an medizinischen Fachwissen und eine gute medizinische Ausbildung nötig. Nur so lässt sich gewährleisten, dass wir Patienten helfen und ihnen keinen Schaden zufügen, weil wir experimentieren.

Wieviel ist Gesundheit wert?

In den letzten Jahren beobachte ich mit steigender Skepsis die Entwicklung, dass Menschen Vorsorgeuntersuchungen verpassen, weil sie Geld sparen wollen. Sie zögern aus Kostengründen, diese Untersuchungen durchführen zu lassen – einige sinnvolle Leistungen sind inzwischen sogar so genannte IGeL, individuelle Gesundheitsleistungen, also Selbstzahlerleistungen, geworden. Ich habe erlebt, dass des Geldes wegen, wichtige Untersuchungen bis zu fünf Jahre hinausgezögert wurden. Das halte ich für fatal.

Hinzu kommt, dass immer mehr private Krankenkassen mit Beitragsrückerstattungen werben, weil sie davon ausgehen, dass Patienten Rechnungen nicht einreichen, um Teile ihrer Beiträge wieder zurückzubekommen. Und häufig haben sie damit recht. Denn die Praxis zeigt, dass diese Art der Werbung Früchte trägt. Allerdings bedenken viele nicht, welche schweren Nebenwirkungen, das mit sich bringen kann.

Die zeigen sich oft erst, wenn die Menschen nicht mehr anders können und wegen starker Symptome wie zum Beispiel andauernder Schmerzen bei mir oder ihren Hausärzten aufschlagen. Dann ist eine Krankheit oft schon so weit fortgeschritten, dass eine Behandlung deutlich aufwendiger, unangenehmer und langwieriger wird. Im schlimmsten Fall können die versäumten Präventionsmaßnahmen sogar tödlich enden.

Unnötig und tragisch

Da frage ich mich schon, wieviel die eigene Gesundheit den Menschen wert ist. Aber ich möchte auch die Krankenkassen nicht aus ihrer Verantwortung entlassen. Denn die Versicherung sollte niemals mit dem Leben von Patienten zocken. Gerade erst habe ich wieder den Fall erlebt, dass eine Patientin mit einem bösartigen Tumor in fortgeschrittenem Stadium zu mir kam. Hätte sie ihre Vorsorgeuntersuchungen wahrgenommen, hätten ihre Ärzte den Tumor viel früher entdeckt und schneller sowie zielgerichteter reagieren können. Und mit naturheilkundlichen Methoden hätten wir diese Therapien unterstützen können. Das ist natürlich auch jetzt noch möglich. Ich hätte mir für die Patientin aber gewünscht, dass ihr die nun nötig gewordene hochdosierte Chemotherapie mit den ganzen Nebenwirkungen erspart geblieben wäre. Und ihre Heilungschancen stehen heute viel schlechter als bei einer früheren Erkennung des Tumors.

Das ist besonders tragisch, wenn man bedenkt, dass das Verpassen wichtiger Vorsorgeuntersuchungen oft auch noch finanziell völlig unnötig ist. Liest man das Kleingedruckte in den Krankenkassen-Verträgen zeigt sich häufig, dass bestimmte Präventionsmaßnahmen sich gar nicht auf eine Rückerstattung auswirken. Im Gegenteil. Es gibt sogar einige Versicherer, die all jenen einen Bonus auszahlen, die ihre Prävention eigenverantwortlich wahrnehmen. Ich wünschte, das würden alle so machen. Aber leider sind auch solche Maßnahmen oft nur Lockangebote – genauso wie die Übernahme der Kosten von Heilpraktikerleistungen. Die werden nämlich oft nach nur kurzer Zeit wieder abgeschafft oder zumindest gekürzt – Sparmaßnahmen, versteht sich! Das passiert bei Privatversicherungen seltener. Aber auch deshalb steigen die Beiträge besonders im Alter oft ins Uferlose.

Heilung statt Prävention

Jetzt können wir natürlich alle über unsere Zweiklassen-Medizin lamentieren – dass es oft einen Unterschied macht, ob jemand privat oder gesetzlich versichert ist, möchte ich auch gar nicht bestreiten. Woran unser Gesundheitssystem aber noch viel deutlicher krankt, ist die Ausrichtung auf Heilung, anstatt auf Prävention zu setzen. Hier müssten alle – Krankenkassen, Ärzte und Heilpraktiker – gemeinsam ansetzen und dafür sorgen, dass Patienten über Präventivmaßnahmen und mögliche Erstattungen dieser informiert sind. Natürlich ist jeder hauptsächlich selbst für seine Gesundheit zuständig. Wir können aber nicht immer alle Verantwortung auf sie abwälzen und uns dann wundern, wenn mit wichtigen Untersuchungen lax umgegangen wird. Allerdings möchte ich auch niemanden in Schutz nehmen, der fahrlässig seine Gesundheit verspielt. Eine Frage des Vermögens darf sie aber niemals sein. Denn Gesundheit ist mit keinem Geld der Welt aufzuwiegen.